Die Geschichte der Chinaroller / Baumarktroller

Die Geschichte des Chinarollers begann in Deutschland schon Ende der 90er Jahre. Zu dieser Zeit wurden in Versandhauskatalogen wie Otto, Quelle und Neckermann plötzlich Motorroller mit wohlklingenden Namen wie: Macal, Buffalo, Tokaido, Thunder Bike oder Ecobike zum Kauf angeboten.


Die China-Roller der ersten Generation waren durchweg 2-Takt Modelle. Die chinesischen Hersteller bedienten sich sehr gerne bei Yamaha und verbauten in ihre Kreationen den sehr geläufigen langen, liegenden Minarelli Motor mit Luftkühlung. Da für diesen Motortyp auch heute noch ausreichend Ersatzteile erhältlich sind, fahren viele Besitzer mit diesen Rollern heute noch sorgenfrei jeden Samstag Morgen ihre Brötchen holen. Ersatzteile wie zB. Verkleidungsteile, Felgen und Rahmenteile sind heute leider nirgends mehr erhältlich. Hier gibt es evtl. ab und zu eine bescheidene Auswahl auf Plattformen wie z.B. eBay.

Als nächstes haben sich die Chinesischen Rollerhersteller dann dem 4-Takt Roller zugewendet. Als erster Roller mit 50ccm 4-Takt Motor (Typ 139QMB) erreichte eine Kopie des taiwanesichen Kymco Filly 50 den europäischen Markt. Diese Bauform wird heute noch von vielen Herstellern produziert und ist der wohl mit Abstand meist verkaufte Chinaroller weltweit. In der Vermarktung haben wieder Versandhauskataloge eine große Rolle gespielt. Einer der ersten 4-Takt Chinaroller war das MKS Ecobike, hinter der Namensgebung des deuschen Importeurs (inzwischen leider Insolvent) versteckte sich der Baotian BT50QT-9 oder BT49QT-9.
Zusätzlich folgte die deutsche Fahrraddistribution Prophete (SI-Zweirad) und erschuf den Rex Roller. (Rex Capriolo 50später Rex RS 450). Der Vertrieb erfolgte anfänglich ebenfalls über Versandhauskataloge.

In der nächsten Vertriebsstufe gab es die Roller auch in Baumärkten zu erwerben. Allen voran stand der Jinlun Fighter 50(Import durch Sacom-Außenhandel GmbH) in den Verkaufsräumen der Praktiker Baumärkte. SI-Zweirad zog nach und platzierte die Rex Roller ebenfalls in Baumärkten und Supermärken (zB. Real).

In dieser Aufzählung darf ein Chinaroller Importeur der ersten Stunde nicht vernachlässigt werden. Und zwar die deutsche Traditionsfirma Zweirad Röth, es wurden Modelle des Herstellers Zongshen importiert und vertrieben. Als Vorreiter bescherte das Thema China Roller und der anhängige Import der Zongshen Roller der Firma Röth leider nichts Gutes und sie musste Insolvens anmelden. Röth war mit den günstigen Scootern wohl einfach der Zeit voraus und hat vom eigentlichen Boom leider nicht mehr profitieren können.

Das meist diskutierte Thema: Die Qualität! Gerade anfänglich machten die meisten Verkäufer den Fehler die Roller “Out of the Box” dem Kunden zu übergeben. Das war im Grunde eigentlich grob Fahrlässig. Ein Roller (auch ein Markenroller wie zB. YamahaPeugeot oder Kymco) wird von einem Vertragshändler vor Auslieferung erst fertig montiert und eingestellt.
Man ist also anfänglich mit einem 5-Liter Kanister Benzin zum Baumarkt gegangen und hat einen Roller ausgehändigt bekommen. Benzin einfüllen und hoffen, dass man einen Roller erwischt der wenigstens anspringt. Diese Methode ging nicht lange gut und die Importeure wurden mit einer Flut von Garantieanträgen überzogen, welche dann mehr oder weniger im Sinne des Kunden abgewickelt wurden. In dieser Zeit hat das Image dieser Fahrzeuge hinsichtlich Qualität zu unrecht am meisten gelitten. Inzwischen gibt es zum Glück kaum noch Händler, welche Roller ohne Übergabeinspektion an ihre Kunden übergeben (von dieser Praxis raten wir auch dringend ab!). Wenn man heute einen Chinaroller kauft, dann kann man selbst in Baumärkten oder Supermärkten nur noch eine Bestellung aufgeben. Der Roller wird dann in Deutschland fertig montiert und wenige Tage später in einem funktionsfähigem Zustand an den Kunden ausgeliefert.
Natürlich sollte man als Kunde nicht davon ausgehen, dass bei einem Roller der schon für weit unter 1000,- EUR zu haben ist ein High-Tech Qualitätsprodukt gekauft wird. Aber das Preis- / Leistungsverhältnis ist heuzutage als sehr gut einzustufen, wenn man nach einem günstigen Fortbewegungsmittel sucht.

Auch Optisch hat sich die letzten 2 Jahren sehr viel getan. Die Zeiten der schnöden Kymco Filly Kopie sind vorbei, es werden Roller für jeden Geschmack angeboten. Von Retro- bis zur Sportoptik ist für jeden Geschmack das richtige zu finden.
Wie überall finden sich auch in dieser Branche viele schwarze Schafe. Es werden billig Roller verkauft (meist über eBay) und bei Problemen steht man als Kunde im Regen bzw. die Firma bei der vor einigen Wochen ein Roller gekauft wurde existiert nicht mehr. Im laufe der letzten Jahre haben wir viele Anbieter kommen und gehen sehen. Hier eine kurze Liste von Fahrzeuganbietern, welche wir uneingeschränkt empfehlen können (Gewährleistung & Service):

SI-Zweirad (www.si-zweirad.de)
Rosehill Ventures (www.ecobike.de)
RS-Ultima (www.rs-ultima.de)

Markenverzeichnis Roller “made in China”:
Baotian, AGM (Epella), Benzhou, Buffalo, Generic, Huatian, Jackfox, Jinlun, JmStar, Keeway, Kreidler (neue Modelle), Mawi, MKS, Moto Zeta, Motorro, Quingqi (Rex), Sachs, Sukida, Tauris, Zonghen, ZhongYu, Xiantian & Xinling

Es gibt noch weitere Hersteller, diese Liste reflektiert lediglich die Scooter die zur Zeit in größeren Stückzahlen in Deutschland erhältlich oder im Umlauf sind.

RACING PLANET AUF 4 RÄDERN
5. Januar 2016
Die Simson-Anhänger-WM 2018
28. August 2018
DER ROLLERMARKT 2015
19. Januar 2016